Lambda „Weites Land“
Monday, May 30th, 2011. Posted by scarab.
Der aus Leipzig stammende Kontrabassist Carsten Hundt ist studierter Orchestermusiker und bewegt sich größtenteils in der klassischen Musikszenerie. Immer auf der Suche nach neuen musikalischen Experimenten wagt er schon mal einen Ausflug in die Mittelalter-Rock und Gothic-Rock Richtung. Als Bassmeister bei Adversus sollte er einigen von uns schon bekannt sein. Mit Lambda hören wir nun eine völlig neue Seite des Kontrabassisten kennen. „Weites Land“, so der Name des Erstlinkswerkes, vermischt Einflüsse aus dem Klassischen mit elektronischen Klanglandschaften zu einem dunkel- romantischen Gespinst aus Klängen, die auch Freunden von Bach, Mozart und Co. eine Gänsehaut auf den Nacken zaubern sollte.
Lambda alias Carsten Hundt hat mit „Weites Land“ eine Klanglandschaft erschaffen, die akustisch unter die Haut geht. Schon bei der Einleitung des Albums „Obertöne“ erahnt man welch’ außergewöhnliche Klänge ein ausgebildeter Musiker seinem Instrument entlocken kann. Paart man dieses dann noch mit sphärischen, elektronischen Passagen, erhält man eine Euphorie an Tönen. Leise traurig mit einer seltsamen Energie durchwebt, wirken die Songs wie von einem anderen Stern.
„Weites Land“ fließt mit einer behänden Leichtigkeit wie ein Fluss durch eine winterliche kühle Landschaft. Hier herrscht allerdings keine Eiskälte, sondern ein warmes, wohliges Gefühl, das durch den meist sehr feinfühligen, zarten Einsatz des Kontrabasses erzeugt wird. Ein herausragender Höhepunkt ist der Titel „Android“. Mit einem leichten Ansatz von Aggressivität lässt er den Hörer für eine kurze Zeit Einblicke in eine andere, nicht so organische, sondern eher mechanische Welt eintauchen und hinterlässt dort seine Spuren in Form von dem darauf folgendem Stück „Osmoseschock“. Wunderschön sind auch die Übergänge der einzelnen Songs. Durch diese wirkt das komplette Album wie eine Geschichte, erzählt von einem Instrument.
Lambda ist für Freunde der melancholischen, leisen und an die klassisch angelehnte Musik ein dringender Pflichtkauf. Wer einsame kalte Nächte lieber mit einem guten Rotwein und einem Buch verbringt und nicht sinnlos in die Flimmerkiste glotzt, der wird „Weites Land“ lieben. Ich würde die nächste CD gerne auch mal mit ein paar weiblichen oder auch männlichen Stimmen verfeinert hören. Dass Carsten Hundt ein Virtuose am Kontrabass ist, hört man auf jeden Fall. Die Umsetzung von „Weites Land“ ist meisterlich gelungen.
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