Letzte Instanz – „Heilig“

Die erste Frage, die sich mir beim neuen Letzte Instanz Album „Heilig“ stellte, war: sind sie es wirklich? Der Zuhörer bekommt eine Mischung a la Radiorock gepaart mit „Unheilig“-Anleihen und das Ganze sechs Tracks lang! Für wahre Fans ein Frevel, für schlichte Gitarrensympathisanten ein Ohrenschmaus! Mit Mittelalterrock verbindet der Laie automatisch Geigen und das zu Hauf, dazu bardischen Gesang, bei dem manch einem die Ohren bluten könnten – hier jedoch, und das hat Unheilig bildhaft vorgemacht, steckt enormes Radiopotenzial.

Eingängig, gefühlvoll mit satten Gitarren zeigen Letzte Instanz, was einem heilig sein sollte: nämlich das Leben! Sie zelebrieren es, indem sie in ihren lyrics verständlich machen wie nah das wertvolle Leben am Tode sein kann und wie wichtig es ist, dass man das weiß. Noch nie war die Letzte Instanz so nah daran, kommerziell erfolgreich zu werden. Dieses Album war eine positive Überraschung für mich, die mir gezeigt hat, dass Mittelalter nicht nur Gefiedel ist. Auch das Coverartwork wirkt futuristisch und zeitgemäß angehaucht, wo man doch hier eher ein Trinkhorn oder Schwerter erwartet hätte. Ihr seht schon, ich versuche mit all den Klischees aufzuräumen, die Halbwissende über das Genre Mittelalter mit sich schleppen. Doch bei all den innovativen Fäden, die die Letzte Instanz auf diesem Album zieht, verliert sie nicht ihr Gesicht. Ab „Schlaf, schlaf“ (Track 7) werden die altbekannten Seiten angeschlagen: poetisch, bombastisch und melancholisch zugleich.

Ein neues Werk in zwei Akten, das Neulinge fesselt und Fans überrascht.

Website: www.letzte-instanz.de

Ähnliche Artikel/Posts/News:

Facebook comments:

ONE FEEDBACK

  1. Tordix says:

    Wann werdet ihr es endlich begreifen?
    Nur weil die LI Geige und Cello nutzen sind sie noch lange keine Mittelalterband!
    Sie haben noch nie Mittelaltermucke gemacht!
    Die Instanz war schon immer eine Goth-Rock-Band!
    Ich hatte das Glück die Jungs persönlich kennenzulernen, und auch Holly-D hat sich mal im Chat dazu geäußert das er nicht versteht warum sie in die Mittelalterecke plaziert werden, allerdings war es ihnen bisher immer egal und nicht Kommentierungswürdig. Schade eigentlich, denn auch in Deutschlands größtem Mittelaltermagazin wurde die CD “Schuldig” total zerrissen weils keine gute Mittelaltermucke war.
    Also entschuldigt mal ihr lieben Kritiker:
    MACHT MAL EURE HAUSAUFGABEN!!!