Rezension Camping im Keller

cik_cover_300 DerMatt und der Ron, also eigentlich Ron und derMatt, das sind die beiden Gründer, Mitglieder und Macher der Band Camping im Keller. Das Album „Am Puls der Zeit“ zeigt den Einstieg, das Debut, von den beiden. Aus dem Hause Electric Tremor kennt man Bands wie Sturm Cafe, ADAC8286 und aber auch die norddeutsche Band Jäger 90. Die Bands gehören ausnahmslos der EBM Szene an und mit Camping im Keller zeigt das Label, dass es auch anders geht.

Mit den 10 Songs auf dem Album zeigen schon jetzt die beiden Ihre Ausnahmestellung und ihre Abstraktion in der elektronischen Musik. In den derzeitigen Veröffentlichungen sieht man im Normalfall ein Album, welches es sich vielleicht lohnt zu kaufen und dann vielleicht nur einen Song für gut befindet.

Es soll aber auch Veröffentlichungen geben, die schon beim ersten Mal beeindrucken sollen. Der Pressetext der Band gibt nicht so viel her und somit muss man sich jetzt erst einmal fragen: Wieso denn im Keller? Na ja dazu sollte eine Anekdote der Band herhalten und diese kann wer will auch selber erfragen. Am Puls der Zeit fühlt sich so an, wie ein morgendlicher überdurchschnittlicher Stuhlgang, der nicht weh tut. Ein Erfolgserlebnis in höchstem Maße. Auch ein sportlicher Erfolg sollte im Vergleich hier klarstellen, um was es sich handelt.

Diejenigen Leser, die jetzt immer noch nicht wissen was das alles soll, denen sei gesagt, dass sie sich einfach mal die Band anhören sollen.

Intelligenz kann man auch mit Musik ausdrücken und ob gewollt oder ungewollt, dass kann man in einem Zwiegespräch erfahren. Das Album zeigt zumindest, dass Elektro anders sein kann. EBM/Pop/Musik? Alles dieses und noch mehr beantwortet nicht dieses Album. Dieses Album stellt eigentlich die Frage nach dem Warum! Warum können „Künstler“ nicht mehr Abwechslung einräumen? Statt nach „Schema F“ oder „0815“ kommt hier mehr als nur eine Variante zustande.

Manchmal lustig, manchmal ernst, manchmal auch ein bisschen traurig aber immer aus gutem Grund.

Ich denke die Rezension sagt letztlich wahrscheinlich mehr als ich es wollte. Im Grunde kann man nichts zu diesem durchaus gut gelungenen Debut sagen, außer der Band einen Glückwunsch zu dieser gelungenen Scheibe zuzusprechen. Mit Schubladendenken kommt man nicht weiter und das zeigen hier die beiden aus Leipzig ganz eindeutig und das sollte man schon verstanden haben.

VÖ: 24.07.09

Mehr: www.myspace.com/kellercamping

von Markus Bukowski

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